13 Dezember 2014

»Sandra Regnier - abseits der Fantasie«

© Sandra Regnier
Wie heissen sie und woher kommen sie ?
Sandra Regnier ist kein Pseudonym. Ich heiße so und ich komme und wohne in der Vulkaneifel direkt an einem Vulkan. (Bzw. Wassergefüllter Trichter, der hier Maar heißt)


Wie sind sie zum Bücher schreiben gekommen?
Wir sind mit dem Zug zur Schule gefahren und in meinem Abteil saßen zwei Oberstufenschüler, die einen Kurzkrimi schreiben sollten. Da ging mir zum ersten Mal auf, dass sich ja jemand all die Bücher, die ich lese ausdenkt. Das war der Anfang und ich begann sofort zu schreiben (na ja, Mittags. Im Zug hats so geruckelt).


Was war das erste was sie je geschrieben haben? (Gedicht? Geschichte?..)
Ein Roman. Die Abenteuer der Familie von Weden und von Mauz. Müsste noch irgendwo in meiner Schublade rumliegen.


Ab wann wussten sie das sie Autor(in) werden wollten? 
Nachdem ich vergangenes Jahr drei Verträge bekam und dieses Jahr vier. Damit war dann klar, dass ich zwei Jahre lang schreiben muss. 
Ich bin zu realistisch, um zu wissen, dass man davon leben kann. Obwohl. Jetzt kann mans. 



Das ist mein Büro. Momentan ist die Tafel wieder beschriftet und voll und es ist düsterer (Winter)
Woher kommen Ihnen die Ideen für ihre Romane und Geschichten?
Dafür muss ich nur vor die Tür gehen. Ans Maar (siehe oben), auf die Burg (siehe Facebook-Fotos) oder in den Wald bzw. die Endert bis nach Cochem. Dann fügt sich eins zum anderen.








Wo arbeiten sie am liebsten? Und wann? (Abends, morgens ? Im Freien, Schreibtisch.. ) 
Am liebsten an meinem PC mit dem riesigen Bildschirm, der meinem Rücken und meinen Augen eine Superentlastung bringt. Im Sommer setze ich mich auch gern auf den Balkon und manchmal – wenn es eng wird – flüchte ich ins Haus meiner Großeltern oder in ein Café. 
Bei den Zeiten bin ich relativ unflexibel. 2x die Woche bin ich vormittags in einer Bibliothek beschäftigt und nachmittags sind die Kinder zu Hause. Damit bleiben mir 3 Vormittage und die Abende/Nächte.
Das ist ein kleiner Balkon, den ich im Sommer gern nutze, wenn es einfach zu schön ist, um drin zu sitzen. (allerdings fatal, denn dort bekommt man zu viel mit)


Wie lange brauchen Sie im schnitt bis das Buch publiziert werden kann?
Ich brauche ca. 3-6 Wochen, um es zu schreiben. Dann kommt noch das Lektorat (nochmal ca. 3 Wochen). Aber ehrlich gesagt, empfehle ich diese kurzen Fristen keinem. Ich gehe auf dem Zahnfleisch, weil ich in acht Wochen das nächste Manuskript abliefern soll und Weihnachten und eine Firmung noch dazwischenliegen.
Wann es publiziert wird liegt beim Verlag. Ein Manuskript durchläuft nach Fertigstellung noch einige andere Schienen, bis es endlich ausgeliefert werden kann. Bei Pan ging das sehr schnell, weil es eine Ausnahme war. Das neue Buch hat den üblichen Verlagsweg. 


Woher holen sie sich Inspirationen, wenn sie mal nicht mehr weiter wissen ? 
Ich mache rigoros Pause. Einen Tag lang. Egal, wie sehr die Frist drückt. Dann lümmele ich vor dem Fernsehen, gehe raus, mache den Haushalt (blöd, dass ich noch keine Putzfrau habe) und telefoniere mit Freunden. Meistens, wenn dann auch noch eine ruhige Nacht dazwischenliegt, geht es von allein weiter und man hat den Anfang des Knotens gefunden.


Verarbeiten sie eigentlich ihre Erlebnisse, aus ihrem Leben bzw Umfeld auch in den Büchern?
 Als die Elfen Hermes, FedEx und UPS Felicity anmalen wollten, habe ich aus der Erinnerungskiste gekramt. Ansonsten sind meine Geschichten nicht autobiografisch oder auch nur biografisch.


Wie sieht der Arbeitsaltag eines Schriftstellers aus? (Haben sie überhaupt einen?)
Wenn damit ein geregelter Tag gemeint ist: Jein. Aufstehen um 7, dann entweder fertig machen für Bibliothek oder ins Büro, mittags kochen, nachmittags Hausaufgaben machen mit den Kindern bzw. jüngstem Kind, Spielfreunde bespaßen, Abendbrot, Brettspiel oder so was und jüngstes Kind ins Bett. Je nach Manuskriptstand gehe ich um 20 Uhr wieder ins Büro oder ... nicht. Je nach Manuskriptstand muss ich auch nachmittags weiterarbeiten. Zwischendurch Kunden in meinem anderen Job bedienen und meine Mama will mich auch ab und an sehen. (So 2-3x die Woche)
Das ist meine Bibliothek, wo ich Montags und donnerstags anzutreffen bin .


Welche Medien, Seiten oder Bücher benützen sie für Recherchen? 
Alles, was mir in die Finger fällt. Das meiste im Internet. Aber halt auch Bücher, die ich mir meistens anschaffe, weil die nächste gute Bibliothek viel zu weit entfernt ist.

Welche Tipps haben sie für junge Autoren und für die die es noch werden wollen?
Da ich selber erst im zweiten Jahr schreibe kann ich nur das weitergeben, wie ich es gemacht habe. 
Lesen. Lest das, was euch gefällt, analysiert warum es euch gefällt und dann 

macht euch Gedanken um eure Geschichte. Legt sie auf Seite und lest sie nach 6-8 Wochen noch einmal. Überarbeitet sie. Streicht. Legt sie wieder auf Seite.

Gibt es derzeit neue Projekte? Worauf dürfen wir uns in Zukunft freuen?
Das Flüstern der Zeit ist der erste Band einer Jugendfantasy Trilogie, der im März auf der Buchmesse vorgestellt wird.

Hier bleibt ihr auf dem laufenden :




Ich danke dir für dieses tolle Interview und die sehr privaten Einblicke in dein Leben :)

Hier gehts zu meiner Rezension zu Das Geheime Vermächtnis des Pan .

Ich hoffe euch hat dieses Interview so viel Spass gemacht wie mir.

Eure Christl





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen